1. Herstellung eines nicht begehbaren Flachdachs als Konventionelldach mit mechanisch befestigter Kunststoff-Dachdichtungsbahn
- Die Stahlbetondeckenoberfläche ist zu entstauben; Fehlstellen sind verspachtelt und Überstände egalisiert zu übergeben.
- Ein Voranstrich ist auf die gesamte Fläche aufzubringen.
- Die Unterteile der Innenentwässerung mit werkseitig vorgefertigten Dichtmanschetten sind in den Deckendurchbrüchen zu positionieren und mittels Klemmen/Dichtflanschen zu sichern.
- Die Dampfsperre bzw. Dampfbremse ist an die Dichtmanschette des Dachablaufs sowie an die Attikawände hochzuziehen und anzuschließen, um die Dämmung vor Feuchtebelastung zu schützen.
- Die erste Dämmschicht aus expandiertem Polystyrol (EPS) ist im Verband mit versetzten Längsstößen zu verlegen.
- Die zweite, gefällegebende Dämmschicht wird darüber aus werkseitig zugeschnittenen Gefälledämmplatten mit einem Mindestgefälle von 2,5 % hergestellt.
Die Verlegung erfolgt im Schleppverband, d. h. in beiden Richtungen versetzt zur unteren Schicht.
Der Dachablauf ist im Bereich der Wärmedämmung mit einem Mindestradius von 40 cm einzusenken, um ein lokal erhöhtes Gefälle von 5 % zu erzeugen.
- Da PVC-Bahnen und Polystyrol-Hartschaumstoffe ungeeignete/unverträgliche Werkstoffe sind, muss auf der Dämmstoffoberfläche eine Schutz- und Trennlage verlegt werden.
Dies erfolgt zusammen mit dem Ausrollen der 2 mm dicken PVC-Kunststoff-Dachdichtungsbahn in einem Arbeitsgang.
Die Befestigung erfolgt mechanisch in präziser Linienführung mittels verzinkter Breitkopfstifte/Haltedorne im Randbereich der Kunststoffbahn unter Berücksichtigung der im Windlastnachweis festgelegten Befestigerdichte.
Die gesetzten Breitkopfstifte befinden sich ca. 1 cm von der Bahnchenkante entfernt (gemessen vom Rand der Stiftköpfe).
Bis zu einer Gebäudehöhe von 20 m sind 3 Stifte pro Quadratmeter im Innenbereich (Flächenbereich), 6 Stifte pro Quadratmeter im Randbereich und 9 Stifte pro Quadratmeter im Eckbereich erforderlich.
Die Bahnen werden nebeneinander mit einer Überlappung von 10 cm und mit einem Längsversatz verlegt. Auf der Innenseite der Überlappungen wird durch Heißluftschweißen ein 3–4 cm breiter Schweißstreifen über den benachbarten Bahnen erzeugt, der die Köpfe der Breitkopfstifte verdeckt. Die Ränder der Dachdichtungsbahn sind an den Verbundblechanschluss oben an den Attikawänden zu verschweißen.
- Die Attikaabdeckung besteht aus imprägnierten Holzwerkstoffplatten mit dazwischenliegender Dämmung.
Beide Seiten der Attikawand werden gedämmt, um Wärmebrücken auszuschließen.
2. Herstellung eines begehbaren Umkehrdachs (Dachterrasse) mit verschweißter Bitumen-Dachdichtungsbahn
- Auf der Deckenoberfläche ist ein Gefälleestrich aus Leichtbeton auszuführen, der ein Mindestgefälle von 2 % in der Fläche und 1 % in den Dachkehlen sicherstellt.
Der Gefällebeton beginnt an den Rändern des quadratischen Dichtflansches des Innenablaufs mit einer Anfangsdicke von mindestens 5 cm.
Eine 5 cm dicke Dämmplatte aus extrudiertem Polystyrol wird unter dem Dichtflansch des Ablaufs als Ausgleichsdämmung platziert.
Entlang des Deckenrands sind an allen Wandanschlüssen Randstellstreifen/Dehnungsstreifen aus Wärmedämmstoff einzubauen.
Abschließend wird der Leichtbeton-Gefälleestrich gegossen.
- Nach dem Aushärten des Gefällebetons wird der Untergrund entstaubt, Fehlstellen werden verspachtelt und Erhöhungen nachgearbeitet.
- Der Gefälleuntergrund sowie die vertikalen Flächen von Attika und aufgehenden Bauteilen sind bei trockener Oberfläche mit einem Kaltbitumenanstrich oder bei feuchter Oberfläche mit einem Bitumenemulsions-Voranstrich zu grundieren.
- Entlang aller Wand- und Bauteilanschlüsse sind ca. 10 cm breite Hohlkehlen mittels Dreiecks-Dämmkeilen herzustellen.
- Das Aufbringen der unteren Schicht aus Polymerbitumen-Schweißbahnen erfolgt rechtwinklig oder parallel zur Traufe, beginnend am Dachablauf.
Die Entwässerungsausläufe sind mit vorgefertigten Passteilen einzubinden.
Die Bahn wird durch vollflächiges Aufschweißen fixiert, wobei die Bitumendeckschicht auf der Unterseite der Rolle aufgeschmolzen wird, sodass der Klebebitumen flüssig wird und haftet.
Die Rolle ist langsam in die erhitzte Schmelze abzurollen und unmittelbar hinter dem ausgerollten Abschnitt gleichmäßig anzudrücken.
Die Ränder der Bahnen müssen ausreichend erhitzt werden, sodass ein 2–3 cm breiter Bitumenwulst an den Nähten austritt.
Die Bahnen werden nebeneinander mit 8 cm Überdeckung und Längsversatz verlegt, um Nahtkreuzungen zwischen den Bahnen zu vermeiden.
Die Abdichtung der Nähte erfolgt ebenfalls im Schweißverfahren zur Sicherung einer homogenen Fügung.
- Eckausbildungen an den Keilen werden geformt und die untere Bitumenbahn über die Dämmkeile an den Anschlüssen hochgeführt.
Entlang der Attikawände wird anschließend ein Hochzug (Wandanschluss) ausgebildet, indem die Dachdichtung über die Hohlkehlen gekantet und am Wandaufbau befestigt wird.
Der Folienhochzug ist an den Attikawänden mindestens 30 cm über die spätere Belagsoberkante hochzuführen und mechanisch zu verwahren.
Bei geringeren Attikahöhen wird die Bahn an einem vorgefertigten Wandanschlussprofil an der Attikaoberkante abgeschlossen.
- Die Befestigung erfolgt mittels Klemmschienen oberhalb der Wärmedämmung. Bei der Verlegung und dem Aufschweißen der zweiten Lage Polymerbitumenbahnen wird analog zur untersten Schicht vorgegangen, die Nahtüberdeckungen werden jedoch um eine halbe Bahnenbreite versetzt (versetzte Nähte).
- Die Eckausbildungen an den Keilen werden fertiggestellt, wobei die obere Schicht den horizontalen Abschnitt vollständig überdeckt.
- Über der Wärmedämmung wird die Schutz- und Trennlage verlegt.
- Die Wärmedämmplatten aus extrudiertem Polystyrol-Hartschaum (XPS) werden im Verband mit versetzten Stößen verlegt, wobei die vorgegebene Dämmstoffdicke sicherzustellen ist.
- An den Attiken ist eine Perimeterdämmung/Schutzdämmung aus XPS entlang der Wand mit einer Mindestdicke von 5 cm einzubauen.
- Der weitere Aufbau setzt sich wie folgt zusammen: Filter- und Trennvlies (Geokomposit), 6 cm Kiesbett/Splittbett und 5 cm Betongehwegplatten.
- Das Ablauf-Oberteil der Innenabläufe und der Laubfangkorb werden montiert.
- Die Attikaabdeckungen werden mit Blechabdeckungen abgeschlossen und die Bitumenbahn wird mechanisch verwahrt.
3. Umkehrdachaufbau für Intensivbegrünung mit verschweißter Polymerbitumen-Abdichtung
Die Montageabläufe erfolgen nach der Standardmethodik für begehbare Dächer mit folgenden Abweichungen:
- Zwei Lagen Polymerbitumen-Dachdichtungsbahnen (jeweils mindestens 4 mm dick) müssen nach den FLL-Richtlinien als wurzel- und rhizomfest zertifiziert sein.
- Über der Schutz- und Trennlage oberhalb der Wärmedämmung ist eine Dränmatte zu verlegen. Diese fungiert als kombinierte Drän- und Wasserspeicherschicht.
- Bei Extensivbegrünungen wird vor dem Aufbringen der Substratschicht eine weitere Filter- und Trennlage verlegt.
Bei Intensivbegrünungen wird über der Filter- und Trennlage eine mineralische/granulierte Filterschicht aufgebracht, gefolgt von einem Filtervlies, worauf abschließend das Vegetationssubstrat aufgetragene wird.