Fenster und Türen können eingebaut werden, sobald die Wände, die notwendigen Öffnungen und die Stürze fertiggestellt sind. In diesem Film konzentrieren wir uns auf Fenster.
Die Hauptmerkmale von Fenstern sind Transparenz, eine ausreichende Lichtdurchlässigkeit sowie die Möglichkeit zur regelmäßigen Lüftung. All dies muss erreicht werden, während zugleich möglichst hohe Anforderungen an Wärmedämmung und Luftdichtheit erfüllt werden. Außerdem können Fensterkonstruktionen weitere Funktionen haben, z. B. Verschattung oder das zeitweise Einschränken der Einsicht.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie Fenster zu öffnen sind. Traditionell sind am häufigsten Festverglasungen oder seitlich angeschlagene Fenster. Daneben gibt es Doppelfenster oder mehrflügelige Drehflügelfenster sowie sogar Schiebefenster. In der modernen Praxis haben sich weitere spezielle Öffnungsarten etabliert, z. B. Unterlicht-/Kippfenster, Oberlichtfenster, Dreh-Kipp-Fenster sowie Pivot-/Schwingfenster. Fenster können aus beliebigen Kombinationen von Elementen bestehen – mit unterschiedlichen Funktionen, Öffnungsarten und Formen. Praktisch lassen sich nahezu alle denkbaren Entwürfe durch Aneinanderreihen oder Integrieren von Elementen realisieren.
1. Traditionelle Fenster
Über Jahrhunderte war Holz das typische und fast ausschließlich verwendete Material für Fenster. Traditionelle Holzfenster wurden mit einfachen Holzrahmen hergestellt. Üblich waren ein-, zwei- oder mehrflügelige Drehflügelfenster mit Pfosten/Zwischenpfosten; verglast wurde mit Kitt und Glasleisten. Als Verglasung diente einfaches Flachglas. Auch Metallfenster wurden verwendet, waren jedoch in vieler Hinsicht nicht ideal.
Die Flachzarge wurde typischerweise in eine zurückgesetzte Wandöffnung eingebaut; die Laibung war umlaufend mit Brettern bekleidet. Die Flügel konnten beidseitig am Rahmen angeschlagen sein: ein Flügel nach außen öffnend, ein Flügel nach innen öffnend. In beiden Fällen entstand ein doppelter Anschlag zwischen Rahmen und Flügel. Die nach außen öffnenden äußeren Flügel konnten auch als Fensterläden dienen und vor allem im Sommer Verschattung bieten.
Der Blockrahmen (auch Falzzarge) liegt mit dem Rahmen hinter der gestuften Laibung (z. B. Ziegelstufen). Der Rahmen besitzt zwei unterschiedliche Profilbereiche: seitlich und oben ein Querschnitt mit doppeltem Anschlag, unten ein einfacher Anschlag mit Gefälle nach außen. Der nach innen öffnende Flügel ist ebenfalls unterschiedlich profiliert: seitlich und oben einheitlich; unten ist ein Wetterschenkel/Abtropfkante angesetzt, der den unteren Rahmen überdeckt. Der untere Rahmen ist zudem mit dem Blechanschluss der Fensterbank (mit Tropfkante) verbunden, um die horizontale Fläche der Öffnung vor Wasser zu schützen.
Die einfache Falzzarge (einfacher Blockrahmen) wurde nur bei geringeren Anforderungen verwendet. Häufiger war die doppelte Falzzarge (doppelt ausgeführter Blockrahmen): Sie wird – ähnlich wie die einfache Lösung – in einer Nische eingebaut, jedoch „verdoppelt“. Bei Doppelfenstern wurde ein mittleres Pfostenstück sowohl außen als auch innen eingesetzt.
Die vereinheitlichte Blockrahmenform (vereinheitlichte Falzzarge) kann als Vorläufer moderner Holzfenster gelten. Die Rahmen wurden durch Verleimen vereinheitlicht, während die Flügel verschraubt wurden. Es entstand ein zweifach verglaster Flügel mit drei Anschlagebenen zwischen Rahmen- und Flügelprofilen.
2. Moderne Fenster
Moderne Türen und Fenster haben Luft- und Dampfdichtheit, Wärmedämmung und Verglasungssicherheit deutlich perfektioniert. Die Materialien für Rahmen und Flügel sind vielfältig: neben modernen Holzquerschnitten haben sich Metallprofile stark weiterentwickelt; außerdem sind Kunststoff- und Verbundkonstruktionen weit verbreitet.
Sie unterscheiden sich von traditionellen Drehflügelfenstern vor allem durch breitere Profile: typischerweise 78–106 mm. Die größeren Querschnitte sind nötig wegen der schweren Zwei- oder Dreifach-Wärmeschutzverglasung. Der Scheibenzwischenraum ist mit Edelgas gefüllt, um die Wärmedämmung zu verbessern. Zwischen Rahmen und Flügel gibt es mindestens drei Dichtungsebenen/Anschläge, wobei die innere Abdichtung durch Gummidichtungen verbessert wird. Für erhöhte Anforderungen können Profile (meist Kiefer) zusätzlich mit Dämmstoffen (z. B. Korkeinlagen) ausgerüstet werden. Am unteren Rahmen sitzt ein metallisches Wasserabweisprofil (Wetterschutz/Abtropfprofil).
Kunststoffrahmen und -flügel besitzen 5 bis 8 geschlossene Luftkammern, im Kern meist mit Stahlverstärkung. Zwischen Rahmen und Flügel bestehen mindestens 3 Anschlagebenen, gewöhnlich mit Gummidichtungen. Mit Zweifach- oder Dreifach-Wärmeschutzverglasung liegt die Profilbreite meist bei 70–100 mm. Grundfarbe ist oft weiß (PVC), Optik kann jedoch innen/außen durch Folierung in Holzdekor oder anderen Farben angepasst werden.
Metallfenster - Stahlprofilfenster werden eher bei Gebäuden mit geringen Anforderungen eingesetzt, wenn Wärmedämmung kaum gefordert ist. Korrosionsschutz ist dabei besonders wichtig.
Aluminiumfenster bestehen aus Hohlprofilen ähnlich wie Kunststofffenster. Da Aluminium schlecht dämmt, werden thermische Trennstege (Thermal Break) eingesetzt. Zwischen Rahmen und Flügel gibt es mindestens 3 Anschläge mit Gummidichtungen. Die Wärmeschutzverglasung ist ähnlich wie bei Holz/Kunststoff (2- oder 3-fach, spezielle Dichtungen). Vorteil: sehr langlebig, widerstandsfähig, geringer Wartungsbedarf.
3. Sonnenschutz
Sonnenschutzelemente sind wichtige Zubehörteile von Fenstern und Türen und werden häufig gleichzeitig mit ihnen montiert. Traditionelle Außensonnenschutze haben eine lange Geschichte, z. B. Fensterläden aus Vollbrettern oder geschlossenen Rahmenfüllungen. Lamellenläden sind komplexer: drehbare Lamellen sitzen in einem separaten Flügel; damit lässt sich Lichteinfall (und Durchsicht) regulieren. Läden und Lamellen können als Schiebe- oder Drehflügel ausgeführt werden; mehrflügelige Varianten sind auch „akkordeonartig“ faltbar.
Rollläden sind moderne äußere Sonnenschutzsysteme. Dafür wird oberhalb des Fensters ein Rollladenkasten montiert. Die Lamellen werden aus dem Kasten abgerollt und wieder aufgerollt; Material meist Kunststoff oder Aluminium. Der Kasten kann sichtbar außen liegen oder verdeckt sein (unter, vor oder in den Sturz integriert).
Jalousien (Venetian blinds) sind Kunststoff- oder Aluminiumsysteme, die in Fenster/Türen integriert werden können – oft zwischen zwei Glasscheiben. Sie funktionieren ähnlich wie Lamellenläden: Lamellen drehen, hoch- und runterfahren. Moderne Jalousien werden häufig auch bei Aluminium-Holz- oder Aluminium-Kunststofffenstern zwischen Außenscheibe und innerer Wärmeschutzverglasung eingesetzt.
Außerdem gibt es fest montierte Verschattungselemente, die Teil der Fassade sind und erst in einer späten Bauphase montiert werden. Sie sind meist auf Fenster/Türen abgestimmt und verschatten den Bereich vor den Öffnungen.