Im Vergleich zu Fenstern besteht die Hauptfunktion von Türen darin, den freien Durchgang durch Wandöffnungen zu ermöglichen und eine grundlegende Verschließbarkeit sowie Sicherheit zu bieten. Fenster haben typischerweise eine Fensterbank oder Brüstung, können aber ebenso auf Bodenhöhe beginnen. Türen hingegen dürfen keine Schwelle im Sinne einer Stufe aufweisen und müssen zwingend vom Fußboden aus beginnen. Zudem gilt die Regel, dass eine bodentiefe Öffnung, die sich mit einem vollen Flügel öffnen lässt, als Tür und nicht als Fenster definiert wird.
Die Öffnungsarten von Türen fallen noch vielfältiger aus als bei Fenstern. Drehflügel- und Doppeltüren existieren seit Jahrtausenden in unzähligen Formen. Zu den speziellen Öffnungsarten gehören unter anderem Schiebetüren, Falt-Schiebe-Türen, Pendeltüren sowie Drehtüren beziehungsweise Revolving Doors. Wie bei Fenstern sind auch bei Türen vielseitige Kombinationen aus Verglasung, Größe und Öffnungsart möglich. Beispielsweise kann eine asymmetrische Doppeltür mit festen Seitenteilen und einem Oberlicht ausgestattet sein, um eine zusätzliche Kippöffnung zu ermöglichen.
1. Traditionelle Holztüren
Traditionell wurden Holztüren mit ähnlichen Konstruktionslösungen wie Fenster ausgeführt, beispielsweise mit Flachzargen oder Blockrahmen in Form von Falzzargen. Häufig kamen dabei auch doppelte Falzzargen zum Einsatz. Alle diese Varianten ermöglichen einen doppelten Anschlag zwischen dem Rahmen und dem Flügel an den Seiten sowie am Sturz.
Im Gegensatz zu Fenstern ist der Rahmen im unteren Bereich unterbrochen. An dieser Stelle wurde ein verdeckter Rahmenverbinder beziehungsweise eine verdeckte Schwelle eingesetzt, die später durch den Bodenbelag verdeckt wird und den korrekten Abstand der Zargen hält. Wenn angrenzende Räume unterschiedliche Bodenbeläge aufwiesen, konnte darüber eine sichtbare Schwelle erforderlich sein.
Traditionell wurden Türen häufig zusammen mit dem Mauerwerk eingebaut und über Rahmenanker oder Laschen befestigt. Bei leichten Trennwänden konnte die Befestigung auch über eine Anbindung an Aussteifungsdrähte aus Weicheisen erfolgen. Die Flachzarge wurde vor allem in Trennwänden verwendet. Vor Ort konnte eine Bekleidung oder Verleistung montiert werden, um den Übergang zwischen dem Wandputz und dem Rahmen zu verdecken. Bei verleimten Flachzargen war die Bekleidungsleiste so positioniert, dass sie bündig mit dem Wandputz abschloss. Zusätzlich war oft noch eine Abdeckleiste erforderlich.
Die Falzzargentür beziehungsweise der Blockrahmen unterscheidet sich dadurch, dass der Rahmen nicht die gesamte Wandstärke überdeckt, sondern nur auf einer Wandseite sitzt. Solche Türen wurden meist in dickeren Wänden eingesetzt. Der Anschluss zum Putz wird hierbei durch eine dünne Bekleidungsleiste verdeckt. Doppelte Falzzargentüren ähneln verleimten Flachzargen, besitzen jedoch kantigere Zargen und stärkere Bekleidungen.
Das klassische Türblatt ist die Rahmenfüllungstür. Ein tragender Rahmen aus senkrechten Ständern und waagerechten Riegeln wird dabei durch massive Holzfüllungen oder Verglasungen ergänzt. Die Holzfüllungen sind über Nutverbindungen gefasst und weisen eine handwerklich verarbeitete Oberfläche auf. Die Türflügel sind über Bänder angeschlagen, während verschiedene Schlösser für einen sicheren Verschluss sorgen.
2. Moderne Türen
a) Außentüren (Eingangs- und Terrassentüren)
Moderne Außentüren aus Holz verwenden meist eine Blockrahmenkonstruktion, die den gängigen Fensterprofilen ähnelt. Die Rahmenteile werden im unteren Bereich über metallische oder kunststoffbasierte Schwellenelemente verbunden, die eine thermische Trennung zur Vermeidung von Wärmebrücken sicherstellen. Die Türblätter sind entweder moderne Varianten der klassischen Rahmenfüllungstür oder beidseitig beplankte Türblätter. Rahmenfüllungen bestehen aus 30 bis 45 mm dicken, mehrlagigen und wärmegedämmten Sandwichaufbauten oder aus Wärmeschutzglas. Durch geeignete Kombinationen entsteht optisch der Eindruck einer traditionellen Rahmenfüllungstür. Beidseitig beplankte Türblätter bestehen aus einem internen Holzrahmen sowie wärme- und schalldämmenden Einlagen, die auf beiden Seiten flächig beplankt werden. Die Türblattdicke liegt üblicherweise zwischen 50 und 80 mm und erreicht bei Anforderungen an eine hohe Wärmedämmung bis zu 100 bis 110 mm. Als Oberflächen kommen CPL- oder HPL-Laminate sowie Furniere zum Einsatz.
Kunststofftüren verfügen häufig über ähnliche Profile und Dichtungen wie Kunststofffenster, besitzen jedoch aufgrund höherer Beanspruchungen teils größere Querschnitte sowie metallische Verstärkungen. Die Türflügel sind oft als Rahmenfüllung ausgeführt. Als Einlagen dienen kunststoffbeschichtete, wärmegedämmte Sandwichfüllungen, Wärmeschutzglas oder Kombinationen aus beiden Materialien.
Stahltüren werden wie Stahlfenster eher für Sonderfälle genutzt und kommen häufig im Industriebau zum Einsatz. Profil-Stahltüren werden oft in Trennwände oder Laibungen eingebaut, wobei die Türblätter meist beidseitig beplankt sind.
Aluminiumtüren verwenden dieselben Profilfamilien wie Aluminiumfenster. Ihre Rahmenfüllungen können wahlweise aus Wärmeschutzglas oder aus gedämmten Sandwichpaneelen bestehen.
b) Innentüren
Massivholztüren werden weiterhin produziert, präsentieren sich jedoch in einer modernen Gestaltung. Dazu gehören doppeltanschlagende Blockrahmen- oder Flachzargentüren aus gehobelten Profilen in roher oder oberflächenbehandelter Ausführung, die mit modernen Beschlägen und Dichtungen ausgestattet sind. Die Türblätter können dabei als Platten- oder Rahmenfüllung ausgeführt sein.
Sehr weit verbreitet sind verstellbare Zargen, bei denen es sich um eine weiterentwickelte Form der Flachzarge handelt. Das wesentliche Kennzeichen dieser Zargen besteht darin, dass die Bekleidungen beidseitig über Nut-und-Feder-Verbindungen mit dem Zargenkern verbunden sind. Auf der gegenüberliegenden Seite lässt sich die Bekleidung um 15 bis 20 mm seitlich verschieben, wodurch die Zarge exakt an die jeweilige Wandstärke angepasst werden kann. Diese Lösung ist bis zu einer Wandstärke von 20 cm üblich und kann bei dickeren Wänden durch Zusatzlösungen oder zusätzliche Wechselständer erweitert werden.
Verstellbare Zargen weisen kein unteres Rahmenteil auf, weshalb die Zarge unten offen ist, und sie verzichten in der Regel auch auf eine Schwelle. Wenn unterschiedliche Bodenbeläge miteinander verbunden werden, stimmen Hersteller das Übergangsprofil und die Flügelposition präzise aufeinander ab.
Verstellzargen bestehen häufig aus MDF-Platten. Der Rahmen und das Türblatt sind wahlweise furniert oder laminiert erhältlich. Furnierte Oberflächen müssen durch Lack, Lasur oder Farbe geschützt werden. Bei Laminatoberflächen reicht die Spanne von einfacher Dekorfolie über CPL bis hin zu starkem und widerstandsfähigem HPL. Als Türblattfüllungen kommen Vollspan- oder Hohlspanplatten, Röhrenspanstege sowie Wabenpapier zum Einsatz. Die Türblattdicke bewegt sich dabei meist im Bereich von 40 bis 60 mm.
Das Zubehör für Türen ist äußerst vielfältig. Es umfasst beispielsweise Sonnenschutzelemente wie Jalousien, Läden, Gitter oder Lamellen sowie Türschließer, Türpuffer, Spezialschlösser, Panikstangen und Türhalter.