I. Unterboden für Bodenbeläge
Bodenbeläge werden selten direkt auf die Rohdecke oder die Bodenplatte aufgebracht. Zunächst wird auf der Tragkonstruktion ein fester, ebener (flacher und glatter) Unterboden vorbereitet, um eine geeignete Basis für den Bodenbelag zu schaffen. Der Unterboden kann aus Ortbeton, einem Stahlbetonunterboden, einem Estrich aus mörtelartigem Material oder einem Trockenbodensystem aus Wärmedämmung und Bauplatten bestehen.
Zwischen dem Unterboden und der Rohdecke können mehrere zusätzliche Schichten angeordnet sein, um eine fachgerechte Konstruktion zu gewährleisten. Ein Beispiel ist die Abdichtungsschicht auf der Fundamentplatte; in dieser Konfiguration wird der Boden als Estrich auf Trennschicht eingestuft.
Ein weiteres Beispiel ist die Wärmedämmschicht, deren Anwendung zu einem schwimmenden Estrich führt. Die eingebaute Wärmedämmschicht kann mehrere Funktionen gleichzeitig erfüllen:
- Bei Zwischendecken sorgt sie für die Trittschalldämmung.
- Bei Böden auf Erdreich (erdberührten Bauteilen) ist die Wärmedämmfunktion wichtiger, und die Schichtdicke wird entsprechend dimensioniert.
Darüber hinaus können weitere Schichten in den Fußbodenaufbauten vorhanden sein, wie z. B. Abdichtungen gegen Brauchwasser (Sicker- oder Spritzwasser) in Räumen, Trennlagen oder Noppenbahnen, die als Drainagesystem dienen.
II. Unterbodenkonstruktion
Der Unterbeton ist eine 5–7 Zentimeter dicke monolithische Stahlbetonschicht, die alle 40 Quadratmeter durch Scheinfugen oder Dehnungsfugen unterteilt (dilatiert) werden muss, um Rissbildung zu vermeiden.
Hier sind die Schritte zur Herstellung eines Unterbogens für einen schwimmenden Estrich:
- Verlegen Sie einen 1 Zentimeter dicken Randdämmstreifen entlang der Wände, um die thermische Ausdehnung aufzunehmen und spannungsbedingte Verformungen zu verhindern.
- Sorgen Sie für Bewegungsfugen, um den Unterboden in kleinere Abschnitte zu unterteilen, wenn eine Oberflächenlänge 8 Meter überschreitet, die Fläche größer als 25–40 Quadratmeter ist oder das Seitenverhältnis 3:1 übersteigt.
- Verlegen Sie expandierte Wärmedämmplatten zur Trittschalldämmung im Verband (versetzt).
- Verlegen Sie eine Polyethylen-Folie (PE-Folie) als Trennlage zum Schutz der Dämmung und versiegeln Sie die Überlappungen mit Klebeband.
- Legen Sie die Oberkante des Betons oder Stahlbetonunterbodens fest, gemessen von der vornivellierten und markierten Bezugslinie (Meterriss), die sich exakt 1 Meter über dem fertigen Fußbodenbenniveau befindet.
- Verlegen Sie die Bewehrungsmatten (Baustahlmatten). Bei geringen Belastungen kann auf eine Bewehrung verzichtet werden.
- Bereiten Sie Frischbeton mit einer Mindestfestigkeit von C12/15 vor, entweder durch Mischen vor Ort oder durch Verwendung von Trockenbetonmischungen.
- Stellen Sie mithilfe von Richtlatten 15–20 Zentimeter breite Abziehlehren (Führungsschienen) im Abstand von 1,5–2 Metern her und stellen Sie sicher, dass diese waagerecht sind.
- Füllen Sie die Zwischenräume zwischen den Abziehlehren mit Beton und ziehen Sie die Oberfläche bündig mit der Oberkante der Lehren ab.
- Halten Sie die fertige Betonoberfläche feucht (Nachbehandlung), um Rissbildung zu vermeiden.
- Das Verfahren ist bei der Herstellung eines Zementestrichs ähnlich. Der Hauptunterschied besteht darin, dass die frische Mischung vor Ort mit einem mechanischen Mischer (z. B. Estrichpumpe) hergestellt und mit einer Pumpe gefördert wird. Die typische Schichtdicke beträgt in diesem Fall 2–5 Zentimeter.
- Bei einem Heizestrich sorgt eine Mindestdicke von 6–8 Zentimetern Beton oder glattem Zementestrich dafür, dass die Heizrohre mit mindestens 3–4 Zentimetern Beton überdeckt sind. Unter der Betonschicht wird eine spezielle, mit einer reflektierenden Wärmebarriere kaschierte PE-Folie verlegt, um Wärmeverluste nach unten zu reduzieren.
- Ein Trockenunterboden (Trockenestrich) kann entweder aus werkseitig hergestellten Verbundelementen (Bauplatten mit integrierter Wärmedämmung) oder aus separaten Dämmplatten und Bauplatten konstruiert werden. Die Bauplatten können aus Gipsfaser, OSB, MDF oder Gipsplatten bestehen. Sie werden in zwei Lagen versetzt auf der Wärmedämmung verlegt und miteinander verklebt sowie verschraubt/verklammert.
Die Oberfläche eines fertigen Unterbodens ist nicht immer perfekt eben. In solchen Fällen kann eine selbstnivellierende Ausgleichsmasse (Fließspachtel) verwendet werden, um einen vollkommen flachen und gleichmäßigen Untergrund zu schaffen, der für den Bodenbelag bereit ist. Die fließfähige, feinkörnige Ausgleichsschicht hat typischerweise eine Dicke von 2 bis 10 Millimetern, maximal bis zu 20 Millimetern. Zuerst muss eine Grundierung (Tiefengrund) mit einer Rolle aufgetragen werden; nach deren Trocknung wird die Ausgleichsmasse auf die Oberfläche gegossen und anschließend mit einer Rakel oder einer Stachelwalze gleichmäßig verteilt und entlüftet.