Abschnittsübersicht
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Traditionelle Holz-Dachstühle
KURS 3 / MODUL 1 - DACHSTÜHLE UND HALLEN / LEKTION 1 - TRADITIONELLE HOLZ-DACHSTÜHLE
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Satteldächer werden traditionell – und auch heute noch – überwiegend als hölzerne Dachstuhl-/Binderkonstruktionen ausgeführt. Sie können in sehr unterschiedlichen Formen und mit verschiedenen Dachneigungen hergestellt werden. Sowohl die Dachform als auch die Dachneigung erfüllen funktionale und ästhetische Zwecke. Das Hauptziel von Dächern besteht – klimabedingt – darin, grundlegende Anforderungen zu erfüllen: das Gebäude vor Witterungseinflüssen wie Niederschlag, Wind, Kälte und Hitze zu schützen und die Innenräume (z. B. Lager, Wohnen und andere Nutzungen) ähnlich wie Wände abzugrenzen. Der Dachstuhl ist der tragende Teil des geneigten Daches: Er nimmt das Gewicht des Daches auf und leitet es in die darunterliegenden Bauteile ab.
Die am häufigsten verwendeten Dachformen sind:
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Satteldach
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Pavillon-/Pyramidendach, einschließlich Sonderformen wie Kuppeldach und Kegeldach
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Pultdach
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Walmdach
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Krüppelwalmdach
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Mansarddach
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Holländisches Giebeldach
Je nach Neigungswinkel unterscheidet man flach geneigte und steil geneigte Dächer. Dieser Film zeigt die häufigsten traditionellen und modernen Holzdachstuhlkonstruktionen:
1. Sparrendach
Das Sparrendach ist eine einfache Lösung für Spannweiten von etwa 5 bis 7 Metern. Traditionell werden die Sparrenpaare durch einen Deckenbalken/Zugband (tie beam) verbunden, der auf den Wandbalken mit einer einfachen Ausklinkung aufliegt. Die Deckenbalken bilden zugleich das Tragwerk der Decke, sodass Dachstuhl und Decke konstruktiv miteinander verbunden sind. An den Sparrenenden werden häufig Aufschieblinge (verlängerte Traufausbildung) angeordnet. Aufschieblinge und Sparrenenden sind typischerweise über gezapfte/ausgestemmte Versätze (Schlitz-/Zapfen- bzw. Einblattungen) mit den Deckenbalken verbunden, während die Sparren am First mit offenen Zapfenverbindungen zusammenstoßen. Die gesamte Konstruktion wird in Längsrichtung durch Windrispen/Windverbände ausgesteift, die jeweils über 3–4 Sparren verlaufen.
In der heutigen Bauweise werden Sparrendächer meist direkt auf der fertigen Decken-/Geschosskonstruktion montiert. Sparren (typischer Abstand 90–100 cm) werden mit Vogelschnitt (birdsmouth) an der Fußpfette / Mauerlatte (wall plate) befestigt. Die Mauerlatte wird mit Ankerbolzen/Ankerstiften an der darunterliegenden Konstruktion verankert. Am First treffen die Sparren in einem stumpfen Stoß zusammen und lagern über Vogelschnitte auf dem Firstbalken/Firstpfette (ridge beam). Sparrenbänder/Zugbänder verbinden die oberen Sparrenenden über einfache Ausklinkungen und stützen den Firstbalken vollständig ab.
2. Kehlbalkendach
Das Kehlbalkendach kann für Spannweiten bis etwa 10 Meter eingesetzt werden. Dabei wird zwischen die Sparrenpaare eine horizontale Druckstrebe, der Kehlbalken, eingebaut. Er dient als Zwischenauflager und verhindert ein Durchbiegen der Sparren. Die empfohlene maximale Länge beträgt 4 Meter. Traditionell wurden dafür häufig eingestemmte Versätze oder Schwalbenschwanz-Überblattungen verwendet. Ein wesentlicher Nachteil: Diese Verbindungen schwächen die Sparren genau an der Stelle der größten Biegespannung. Ansonsten entspricht der Dachstuhl dem Sparrendach.
Im modernen Holzbau werden Kehlbalken und Sparren häufig mit Laschen, Winkeln und Bändern befestigt, die mit Schraubbolzen fixiert werden. Alle übrigen Details entsprechen dem üblichen Sparrendach.
3. Pfettendächer
Bei vielen Dachstühlen werden die Sparren zusätzlich an Zwischenpunkten abgestützt. Die häufigste Abstützungsart sind Pfetten, die die Lasten auf Stützen oder Streben in den Hauptbindern übertragen. Solche Konstruktionen werden als Pfettendächer zusammengefasst.
Die typischste Form ist das zweifach stehende Pfettendach (double purlin roof) mit Spannweiten von 10 bis 12 Metern. In traditionellen Konstruktionen werden die Pfetten von Stützen getragen, die auf den Deckenbalken stehen und seitlich durch schräge Streben ausgesteift sind. Zusätzlich stabilisieren Sparrenbänder die Lage der Pfetten. Kopfbänder/Kniehölzer (knee braces) verstärken den Anschluss zwischen Stütze und Pfette.
Typische Verbindungen:
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Sparrenbänder und Kehlbänder werden mit Schwalbenschwanz-Überblattungen an die Sparren angeschlossen und mit Schraubbolzen verstärkt.
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Sparrenbänder werden an Stützen und Pfetten mit einfachen Ausklinkungen angeschlossen; ebenso werden Firstbalken und Kehlbänder über einfache Ausklinkungen verbunden.
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Streben werden sowohl an Stützen als auch an Deckenbalken mit eingestemmten Versätzen verbunden.
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Stützen sind mit geraden Zapfen in Deckenbalken und Pfetten eingebunden.
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Kopfbänder verbinden Stütze und Pfette über eingestemmte Zapfen/Versätze.
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Die Sparren lagern auf den Pfetten über einfache Vogelschnitte.
Im modernen Pfettendachbau lagern sowohl Stützen als auch schräge Streben direkt auf einer Stuhlschwelle (post plate). Die Holzverbindungen sind gegenüber traditionellen Lösungen vereinfacht; z. B. werden an den Enden der Sparrenbänder einfachere Anschlüsse statt Schwalbenschwänzen genutzt.
Das dreifach stehende Pfettendach (triple purlin roof) ist eine Weiterentwicklung: Hier wird auch der Firstbalken durch eine Stütze getragen. Er wird seitlich durch schräge Streben ausgesteift (in Linie mit den unteren Streben) und mit Schraubbolzen an Sparrenbändern befestigt. Kopfbänder verbinden Firstbalken und die dritte (mittlere) Stütze. Diese Variante ist für Spannweiten von 11 bis 13 Metern geeignet.
Eine interessante Variante des zweifach bzw. dreifach stehenden Pfettendachs ist der traditionelle Mansarddachstuhl, der den nutzbaren Dachraum maximiert. Die Mansarde hat ein charakteristisches „gebrochenes“ Dachprofil: Unterhalb der Pfette ist die Dachfläche steiler, oberhalb flacher.
4. Hängewerke
Hängewerke verwenden Zugglieder und Hängestiele, um horizontal liegende Deckenbalken/Zugbänder zu tragen. Früher wurde diese Lösung eingesetzt, wenn eine Abstützung durch Stützen nicht möglich war.
Königspfostenbinder (Einfaches Hängewerk) überspannen bis etwa 8 Meter. Hängestiele werden in den Hauptbindern zwischen Zugbändern und Firstbalken angeordnet. Oben wird der Stiel mittels Schraubbolzen zwischen Kehlbandpaaren aufgehängt, die die Sparren über Schwalbenschwanz-Überblattungen verbinden. Unten treffen die Zugbänder auf Balkenschuhe, die an den Hängestielen verschraubt sind.
Das Hängewerk wird durch schräge Druckstreben ergänzt, die über doppelt ausgeklinkte Versätze (mit Stahlbändern verstärkt) an die Hängestiele angeschlossen sind. Die Streben leiten die Lasten nahe den Auflagern in die Zugbänder ein, ebenfalls über doppelte Ausklinkungen. Zusätzlich zu Fußpfette und Firstbalken wird die Konstruktion in Längsrichtung durch einen Hauptbalken ausgesteift, der in den Hauptbindern über einfache Ausklinkungen mit den Zugbändern verbunden ist.
Doppelhängewerk (Doppeltes Hängewerk) hängt die Hängestiele von den Pfetten ab. Pfetten liegen auf den Sparrenbändern und hängen das Zugband an zwei Punkten auf. Das System wird durch Zerrbalken/Straining beams ergänzt (horizontale Druckglieder zwischen den oberen Knoten der schrägen Streben). Zerrbalken und Hängestiele sind mit Schulterzapfen verbunden, die Streben mit doppelt ausgeklinkten Versätzen an Zugbändern und Hängestielen. Bei doppelten Stützen werden auch die Hauptbalken verdoppelt; Pfettenanschlüsse werden in den Hauptbindern zusätzlich mit Kopfbändern versteift.
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Ingenieurmäßige Dachtragwerke und Hallen
KURS 3 / MODUL 1 - DACHSTÜHLE UND HALLEN / LEKTION 2 - INGENIEURMÄSSIGE DACHTRAGWERKE UND HALLEN
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Ingenieurholzbau-Dachstühle sind deutlich materialeffizienter, wirtschaftlicher und leistungsfähiger als traditionelle zimmermannsmäßige Konstruktionen. Ein wesentlicher Fortschritt ist der Einsatz von Brettschichtholz-Produkten (BSH) und Verbundträgern, die aus unterschiedlichen Querschnitten und Spezialprofilen zusammengesetzt und in der Regel verleimt oder mechanisch verbunden sind. Ein weiterer grundlegender Aspekt ihrer Effizienz ist die Präzisionskonstruktion, bei der jede Bauteildimension und jeder Anschluss durch detaillierte statische Berechnungen bestimmt wird, was eine maßgeschneiderte Planung jedes Elements sicherstellt. Die Verbindungen im Ingenieurholzbau werden mit Bolzen oder speziell entwickelten Holzverbindern ausgeführt, wodurch traditionelle zimmermannsmäßige Holzverbindungen, die die Tragfähigkeit beeinträchtigen könnten, vermieden werden.Die charakteristischen Verbindungen von Ingenieurholzkonstruktionen und Dachstühlen gliedern sich wie folgt:Bolzenverbindungen werden zur Verlängerung von Stößen bei druck- oder zugbeanspruchten Balken sowie zur Verbindung verschiedener Elemente mittels Laschenverbindungen eingesetzt. In diesen Fällen dienen die Bolzenschäfte und die Lochleibung als lastübertragende Flächen. Die Passbolzen bzw. Gewindebolzen werden mit Unterlegscheiben und Muttern fixiert.Dübelverbindungen mit besonderen Holzverschraubungen werden typischerweise für den Stoß von Druck- oder Zugtrimmen verwendet. Die Lastübertragung erfolgt über gleichmäßig beabstandete oder einzelne Hartholzdübel. Die Elemente werden mit Passbolzen zusammengespannt.Bei Verbindungen mit Metalleinlagen werden die Hartholzeinlagen durch Einpressdübel (z. B. Ringdübel, Scheibendübel oder Krokodildübel) oder andere Stahlprofil-Einsätze ersetzt.Nagelverbindungen werden im Allgemeinen zur Befestigung von Brettern oder Bohlen verwendet. Ähnlich wie Bolzen können sie in unterschiedlichen Anordnungen und mehrreihig ausgeführt werden.Nagelplatten können niveaugleiche Elemente gleicher Dicke miteinander verbinden. Sie werden in der Regel beidseitig aufgepresst, sodass mehrere Elemente miteinander verbunden werden können.Zwei- und Dreiwege-Verbinder sind präzise geformte Metallbauteile, die auf spezifische Holzprofile und Anschlusswinkel abgestimmt sind. Rechtwinklige Anschlüsse können mit Balkenschuhen, Flachverbindern, Winkelverbindern oder Stützenfüßen ausgeführt werden. Diese Mehrzweckverbinder können auch für Stöße oder zur Verankerung geneigter Bauteile (z. B. Sparren) verwendet werden. Für diese Verbinder können Kammnägel, Holzschrauben oder Passbolzen verwendet werden.Wo erforderlich, können Leimverbindungen vor Ort eingesetzt werden, um beispielsweise Balken aufzuhoehen oder Stöße mit Laschen auszuführen. Solche Verbindungen können durch die Kombination mit anderen Verfahren (z. B. Schlitzbleche, Dübel oder Passbolzen) zusätzlich verstärkt werden.1. Ingenieurholzbau-DachstühleIngenieurmäßige Tragwerke oder Binder nutzen zwei Arten der Anordnung:a) weitgespannte (großteilige) Anordnung,b) engschrittige Anordnung.a) Weitgespannte Anordnung: Ingenieurholzkonstruktionen (z. B. Fachwerkträger) werden entlang der Hauptachsen in Abständen von jeweils 3–5 Sparrenfeldern positioniert. Pfetten erfüllen hierbei zwei Funktionen: die Längsaussteifung und die Sparrenauflagerung.Der Binder im Beispiel besteht aus Bohlen, die mit Laschen und folgenden Verbindungen zusammengefügt sind:
- Die Binderknotenpunkte werden mit Passbolzen und Holz-Distanzstücken ausgeführt, die die Bohlen zusammenspannen.
- Die fertig montierten Binder werden mit Zweiwege-Verbindern auf dem Ringbalken und der Fußpfette verankert.
- Die zusätzlichen Pfetten werden mit Passbolzen oder Winkelverbindern an den Bindern befestigt.
- Die Sparren werden in ähnlicher Weise fixiert.
b) Engschrittige Anordnung: Die Holzrahmen oder Binder bilden das vollständige Sparrendach. Zu diesem Zweck werden sie im Sparrenabstand mit Rastern von 90–140 Zentimetern aufgestellt. Typische Verbindungen zeigt dieses Beispiel:- Die Fußpfetten werden mit Ankerbolzen auf dem Ringbalken des Gebäudes (oder der Deckenkonstruktion) verankert.
- Die Binder oder Rahmen werden mit zugfesten Stahlwinkeln (Winkelverbindern) gesichert. Zur Befestigung der Bauteile werden selbstbohrende Holzschrauben verwendet.
- An den Binderknoten werden die Streben mit symmetrisch auf beiden Seiten angebrachten Nagelplatten verbunden.
- Die Windaussteifung erfolgt durch die Befestigung von Windrispenbändern in Form eines Andreaskreuzes. Bei Bedarf können die Endfelder durch Windböcke zusätzlich versteift werden.
c) Pfettendachstühle im Ingenieurholzbau: Die robusten Vollholz- oder Leimholzbinder, die in der Regel auf den Giebelwänden aufliegen, werden wie beim traditionellen Pfettendach an den Pfettenpositionen errichtet. Anschließend werden die Sparren über diese Pfetten verlegt. Die Sparrenpaare werden mittels Kehlbalken oder Zangen an den Pfetten abgehängt. Die Enden der Zangen werden mit Passbolzen an den Sparren befestigt. Die Sparren werden zusätzlich mit Holzbauschrauben oder Winkelverbindern an den Pfetten gesichert.2. BSH-HolzhallenModerne Ingenieurholzkonstruktionen eignen sich ideal für den Bau kompletter Hallen, die heutigen Anforderungen entsprechen. Diese Gebäude können für viele Zwecke genutzt werden – von Industrie- und Agrarfunktionen bis hin zu öffentlichen Gebäuden für Sport oder kulturelle Aktivitäten – und werden üblicherweise aus Brettschichtholz-Trägern (BSH) errichtet. Der Vorteil von BSH liegt darin, dass es weder reißt noch sich verzieht, jedoch eine enorme Tragfähigkeit besitzt, wodurch Spannweiten von bis zu 60–70 Metern erreicht werden können. Ein weiterer Vorteil dieser Binder ist, dass sie mit variablen Querschnitten oder in gekrümmten Formen hergestellt werden können.In unserem Beispiel stellen wir eine Holzhalle vor, deren Rahmen aus zwei Stützen bestehen, die durch einen Riegel mit variablem Querschnitt verbunden sind. Die Rahmenstützen sind mit geschweißten Stahlfüßen mit Ankerplatten auf der Bodenplatte eingespannt. Die Verbindung der doppelt ausgeführten Stützen mit variablem Querschnitt mit den Riegeln bildet biegesteife Rahmenecken mittels kreisförmig angeordneter Stabdübel und innenliegender Schlitzbleche. Im Gegensatz dazu ist der Anschluss zwischen der einteiligen Stütze und dem Riegel als gelenkiges Lager ausgeführt, unter Verwendung von innenliegenden Schlitzblechen und Passbolzen. Die Pfetten sind zwischen den Rahmen mit verdeckten Balkenschuhen befestigt. Zur Gewährleistung der Quersteifigkeit wird in der Regel im jeweils zweiten Feld ab den Giebelenden ein Stahl-Windverband in Form eines Andreaskreuzes sowohl in der Seitenwand als auch in der Dachebene installiert. An der fertigen Konstruktion werden zusätzliche Riegel mit kleinerem Querschnitt angebracht, an denen die Fassadenpaneele befestigt werden.3. Stahlfachwerke und StahlhallenAlle Tragwerksformen, die aus ingenieurmäßigen Holzkontruktionen gebaut werden, können auch in Stahl ausgeführt werden. Auch stählerne Ingenieurtragwerke und deren Anschlüsse basieren auf statischen Berechnungen. Die Vorteile von Stahlkonstruktionen gegenüber Holzkonstruktionen liegen in ihrer höheren Tragfähigkeit und der erzielbaren Steifigkeit; der erforderliche Korrosionsschutz macht deren Bau und Wartung jedoch komplexer. Eine weitere Herausforderung bei Stahlkonstruktionen ist ihre weitaus höhere Anfälligkeit für thermische Ausdehnung. Stahlträger können mit einer Vielzahl von Querschnitten hergestellt werden, wie zum Beispiel:- Kaltgewalzte Stahlprofile (Dünnwandprofile): C-, Z-, U-Profile oder Hohlprofile
- Warmgewalzte Profile: I-Träger (HEA, HEB, IPE), U- und C-Profile oder Hohlprofile
- Oder auch zusammengesetzte Profile
Verbindungen im Stahlbau sind entweder unlösbare Schweißverbindungen oder lösbare Schraubverbindungen. Die Stäbe von Stahlfachwerken werden typischerweise über Knotenbleche und Bolzen bzw. Schrauben miteinander verbunden.Stahlhallen werden häufig aus geschweißten, biegesteifen Rahmen errichtet, deren Knotenpunkte zusätzlich durch Steifen sowie Trauf- und Firstvouten verstärkt sind. Stützen und Riegel werden meist aus I- oder H-Profilen gefertigt. Die Stützen sind über angeschweißte Fußplatten mit dem Betonfundament verschraubt. Die gebräuchlichsten Pfettenprofile sind Z- und C-Profile, die mit den starren Rahmen verschraubt werden. Schraubverbindungen werden auch zur Befestigung der Wandriegel zur Aufnahme der Fassadenpaneele sowie für die diagonalen Verbände (Windschiefen) zur Abtragung von Windkräften verwendet. -
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Bau eines zweifach stehenden Pfettendaches
KURS 3 / MODUL 1 - DACHSTÜHLE UND HALLEN / LEKTION 3 - BAU EINES ZWEIFACH STEHENDEN PFETTENDACHES
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Im folgenden Beispiel wird der Bau eines zweifach stehenden Pfettendaches gezeigt – mit Walmdach auf der einen Seite und Satteldach auf der anderen. Die Ausführung kombiniert traditionelle Zimmermannsverbindungen mit modernen Verbindungsmitteln. Traditionell sind unter anderem: Schlitz-und-Zapfen-Verbindungen der Stützen, schrägen Streben und Kopfbänder, Anschlüsse von Pfetten, Stützen und Stuhlschwellen, Vogelschnitt der Sparren auf den Pfetten. Ingenieurmäßige/modernere Lösungen sind unter anderem: Verankerung von Fußpfetten und Stuhlschwellen mit Ankerstiften und Befestigung von Sparrenbändern und Kehlbändern mit Schraubbolzen. Der Dachstuhl liegt auf einer monolithischen Stahlbetondecke.
1. Vorbereitungsphasen
Der erste Schritt beim Dachstuhlbau ist die Auswahl geeigneter Baustoffe. Das ist wichtig, weil gleichbleibende Holzqualität schwerer sicherzustellen ist als bei vielen anderen Baustoffen. Bei falscher Lagerung kann Holz verderben, sich verformen, reißen, schimmeln, von Pilzen oder Insekten befallen werden oder faulen. Daher sind richtige Lagerung, trockene Umgebung und Brandschutz entscheidend. Ausgewähltes Holz muss gleichmäßig gehobelt sein, über die Länge einen standardisierten Querschnitt haben und darf nicht verdreht, befallen oder gerissen sein.
Vor dem Einbau muss das Holz mit brandschutzhemmenden, fungiziden und insektiziden Mitteln behandelt werden. Die Behandlung kann durch Tauchen, Sprühen oder Streichen erfolgen – nach den empfohlenen Verdünnungen, Auftragsmengen und Schichtzahlen. Die Mittel sind häufig eingefärbt (z. B. blau, grün, gelb) oder farblos.
Holzelemente (Balken, Bohlen, Latten) müssen auch auf der Baustelle sachgerecht gelagert werden: Sie werden mit Querleisten gestapelt, seitlich mit Abständen (Luftspalt) für Belüftung. Der Stapel muss vom Boden erhöht sein, um Wasseransammlungen darunter zu vermeiden. Oben wird er mit einer Plane gegen Niederschlag geschützt, sofern keine überdachte Lagerung möglich ist.
Für präzises Anreißen und Vorfertigen wird eine Abbund-/Anrissfläche im Maßstab 1:1 vorbereitet. Das kann eine ausreichend große, ebene, waagerechte gepflasterte oder geflieste Fläche sein. Wenn möglich, dient die oberste Geschossdecke des Gebäudes als Anrissfläche. Ist das nicht möglich, wird die Fläche vor Ort aus Balken und Bohlen hergestellt.
2. Anreißen und Vorbereiten der Dachkonstruktion
Auf der Anrissfläche (oder einer anderen geeigneten horizontalen Fläche) wird anhand des tatsächlichen Bauzustands eine 1:1-Zeichnung des geplanten Dachquerschnitts erstellt. In der Zeichnung müssen die erforderlichen Schnitte für die Verbindungen dargestellt sein. Bauteile, deren exakte Maße in den üblichen Schnitten nicht sichtbar sind, werden nach den Regeln der darstellenden Geometrie in die Projektionsebene gedreht (Ansicht). Anschließend wird jedes Bauteil in seine Position gelegt, und die Schnittlinien für Ausklinkungen/Abträge werden an Sparren, Balken usw. angerissen. Auch Bohrungen und Holzverbindungen werden markiert. Werkzeuge: Zimmermannsbleistift, Schnellzwingen, Lineal, Zimmermannswinkel.
Auf einer separaten Werkbank wird das Holz exakt nach den Anrissen zugeschnitten – inklusive Kerben, Aussparungen und Bohrungen. Werkzeuge: Handbohrer, Akkuschrauber, Kreissäge, Kettensäge, Handhobel, Kettenstemmer, Schneidführung, Sägebock.
Nach Zuschnitt und Bearbeitung werden die zusammengehörigen Teile zurück auf die Anrissfläche gebracht und die Passgenauigkeit durch Probezusammenbau geprüft. Sind Verbindungen ungenau und entstehen große Fugen, müssen die Schnitte korrigiert werden. Ist das nicht möglich, müssen neue Teile aus neuem Holz gefertigt werden.
3. Aufrichten der Dachkonstruktion
Mit der Montage darf erst begonnen werden, wenn die oberste Geschossdecke sowie alle mit dem Dach verbundenen gemauerten oder betonierten Bauteile (z. B. Brandwände, Schornsteine, Abgaszüge usw.) fertiggestellt sind. Bei einer Dachboden-/Deckenplatte müssen die Ankerbolzen für Fußpfetten oder Stuhlschwellen bereits vor dem Betonieren eingesetzt werden.
Zu Beginn werden Balken und andere Holzteile auf die Decke transportiert – meist durch Bündeln und Hochziehen. Auf größeren Baustellen erfolgt das Heben per Kran unter Berücksichtigung der sicher lagerbaren Mengen.
Die Montageschritte:
Während der gesamten Ausführung werden Maßband und Wasserwaage zur exakten Positionierung sowie zur Kontrolle der Horizontalen und Vertikalen verwendet.
- Die Montage beginnt mit dem Ausrichten der Fußpfette und Stuhlschwellen.
Dazu werden 20–25 cm breite Streifen einer Abdichtungsbahn auf die Ankerbolzen des Ringbalkens aufgefädelt.
Falls nötig, werden an den Fußpfetten die Bohrungen für die Ankerbolzen hergestellt.
Dann werden die Fußpfetten in der durch die Anschlüsse vorgegebenen Reihenfolge aufgesetzt und schließlich mit Unterlegscheiben und Muttern am Ringbalken befestigt. - Anschließend werden Stützen und schräge Streben aufgestellt; Stützen benötigen ggf. eine provisorische Aussteifung in zwei Richtungen.
- Dann werden die Pfetten auf die Stützen gelegt und mit Kopfbändern verstärkt.
- Die Hauptbinder werden durch Einbau der Sparrenbänder hergestellt.
- Der Firstbalken wird mit den Kehlbändern fixiert.
- Danach werden die Gratsparren aufgerichtet und an den Pfetten befestigt.
- Zum Schluss werden die übrigen Binder aufgestellt, mit Kehlbändern gesichert und die Sparren des Walmteils befestigt.
- Die Montage beginnt mit dem Ausrichten der Fußpfette und Stuhlschwellen.
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