1. Vorgefertigte Stahlbetonstürze
Vorgefertigte Stahlbetonstürze werden in festen Größen hergestellt und sind einbaufertig. Sie lassen sich schnell einbauen, erfordern keine Schalung und passen in Material und Abmessungen zu den Bausystemen, in denen sie verwendet werden. Ein Nachteil ist, dass sie nur in Außenwänden eingebaut werden können, wenn eine zusätzliche Wärmedämmung vorgesehen ist – idealerweise auf der Außenseite oder bündig mit dem Fenster-/Türrahmen. Ein weiterer Nachteil aufgrund der festen Größe ist ihre begrenzte Flexibilität: Da diese Bauteile in der Regel vorgespannt sind, ist das Zuschneiden strengstens untersagt.
Blockhohe Stürze mit sofortiger Tragfähigkeit
Die blockhohen, vorgefertigten Stahlbetonstürze entsprechen der Höhe der Mauersteine innerhalb des jeweiligen Systems – oder der für die kombinierte Verwendung empfohlenen Steine – und der Schichthöhe der aus diesen Steinen errichteten Wände. Frühere Konstruktionen, die auch heute noch verwendet werden, sind einfache trapezförmige Stahlbetonkonstruktionen mit vorgespannter Bewehrung. Die Anzahl der nebeneinander angeordneten Elemente muss der erforderlichen Wandstärke entsprechen.
Diese Stürze müssen nicht abgestützt werden und unterliegen keinen zusätzlichen Verfahren; sobald sie eingesetzt sind, können sie sofort belastet werden. Lehmschalungen, Blockhöhe, Stahlbetonstürze sind für die Kombination mit Lehmhohlziegeln ausgelegt. Eine C- oder U-förmige Lehmschalung umgibt den tragenden, vorgespannten Stahlbetonkern. In die Tragbreite des Sturzes dürfen nur ganze Steine eingebaut werden. Sie dürfen nur in einem herkömmlichen Mörtelbett verlegt werden; der Einbau mit Klebeschaum oder Dünnbettmörtel ist verboten.
Für Porenbetonsteinsysteme wurden ebenfalls Blockhochstürze mit Silikatschalung entwickelt. Diese Stürze müssen mit einem Mindestauflager von 20 Zentimetern in Mauermörtel verlegt werden. Der U-förmige Silikatschalungssturz wird beim Mauerwerk mit dem Schenkel nach unten positioniert.
Zugbereich-Stürze
Die Zugbereich-Fertigteil-Stahlbetonstürze mit einer Blockhöhe von 6–12 Zentimetern bilden nur den unteren, gespannten Teil des endgültigen Sturzes. Um den tragenden Sturz zu vervollständigen, muss der Druckbereich vor Ort darüber konstruiert werden, entweder durch Aufmauern oder durch Betonieren. Bei Tonformwerkstürzen ist der obere Stahlbetonabschnitt von einer U-förmigen Tonformwerkform umgeben. Ihre typischen Höhen betragen 6,5 oder 8,5 Zentimeter.
Die Druckzone kann aus kleinen Vollziegeln oder, im Falle von Trennwänden, aus Tonformsteinen oder aus Beton gegossen werden. Die Stürze müssen eine Mindestauflage von 12,5 Zentimetern haben und an den Stützen in einem herkömmlichen Mörtelbett verlegt werden. Tonformsteinstürze müssen bis zur Tragfähigkeit der Druckzone abgestützt werden, wobei die maximale Spannweite zwischen den Stützen 1 Meter betragen darf.
U-förmige monolithische Stahlbetonstürze
Sowohl Ton- als auch Porenbetonsteinsysteme umfassen ein U-förmiges Sturzprodukt, das auf die spezifischen Abmessungen des jeweiligen Systems abgestimmt ist. Die schmalen, U-förmigen Elemente bilden eine durchgehende, dauerhafte Schalung für den vor Ort gegossenen Stahlbetonkern. Diese Elemente müssen aus einzelnen Teilen zusammengesetzt werden, sodass sie nur bei ausreichender Abstützung aufgestellt und mit Beton gegossen werden können.
Vor dem Betonieren müssen Dämmplatten in die U-Profile eingelegt und an der Außenkante des U befestigt werden. Die U-förmigen Tonelemente sind in der Regel 23,8 Zentimeter lang und werden mit Mauermörtel miteinander verbunden, wodurch eine Mindestauflagefläche von 12 Zentimetern entsteht. Um zu verhindern, dass das äußerste Schalungselement über die Öffnungskante hinausragt, muss ein Schalungselement in Sondergröße zugeschnitten werden, das genau auf die Auflagefläche passt.
Typischerweise sind die U-förmigen Schalungselemente aus Porenbeton 60 Zentimeter lang und müssen mit einer Mindestauflage von 20 Zentimetern verlegt werden. Die Elemente müssen mit Klebemörtel miteinander verbunden werden.
2. Monolithische Stahlbetonstürze
Der wesentliche Vorteil monolithischer Stahlbetonstürze besteht darin, dass sie in jeder Größe mit individuell dimensionierter Bewehrung und jedem Querschnitt hergestellt werden können. Ihr Nachteil ist, dass sie mehr Arbeit vor Ort erfordern: Zur Fertigstellung sind Stützschalungen, die Installation von Eisenbewehrungen sowie das Gießen und Entfernen der Schalungen vor Ort erforderlich. Es kann von Vorteil sein, wenn die Nähe zum Ringbalken es ermöglicht, sie zusammen mit dem Ringbalken zu schalen und zu betonieren. Die Stürze sollten für Außenwände mit einem reduzierten Querschnitt ausgelegt werden, um Platz für zusätzliche Wärmedämmung zu lassen.