Holz war bis ins frühe 20. Jahrhundert das am häufigsten verwendete Material für Decken und Böden. Die Balkenköpfe (mit 12–15 cm Auflager) müssen gegen Feuchtigkeit geschützt werden, daher dürfen sie keinen direkten Kontakt mit dem übrigen Bauwerk haben. Am Balkenende wird ein 2–3 cm Luftspalt freigelassen; darunter liegt eine Tragleiste oder Dämmplatte. Auch das Deckenholz muss gegen Pilze und Insekten behandelt werden. Diese Konstruktionen haben ein hohes Brandrisiko und zudem eine vergleichsweise schlechte Schalldämmung. Gleichzeitig sind sie durch geringes Eigengewicht und schnelle Montage (vorgefertigte Elemente) gekennzeichnet. Ein weiterer Vorteil ist das günstige Wärmedämmverhalten.
I. Traditionelle Holzbalkendecken
1. Holzbalkendecke mit dicht liegenden Balken (Holzdecke mit verdübelten Rundbalken)
Die aus ganzen Stämmen gespaltenen und zugerichteten Balken werden dicht an dicht gelegt und alle 1,5 bis 2 m mit Hartholzdübeln oder Keilen verbunden. So entsteht eine „Platte“ mit sehr hoher Tragfähigkeit. Die Oberseite musste nicht abgeflacht werden und blieb rund; darüber konnten Erdschüttung und Blindboden hergestellt werden.
2. Holzbalkendecke mit weit liegenden Balken
a) Sichtbare Balkendecke (offenes System):
Die Balken werden in einem Achsabstand von 80–100 cm auf der Wand aufgelegt. Darauf wird eine zweilagige Schalung verlegt, oft mit Füllung und Lehmputz.
b) Verkleidete Balkendecke:
- Das System ist eine Weiterentwicklung der sichtbaren Balkendecke; hier wird auch die Unterseite beplankt/verkleidet.
- Sonderform der verkleideten Balkendecke: Zur Reduzierung der Deckenstärke werden die Fußbodenschichten in den Raum zwischen den Balken „eingezogen“. Dazu wird beidseitig eine Lattung entlang der Balken angebracht und darauf die tragende Schalung aufgelegt.
- Bohlen-/Dielendecke (planked ceiling): Materialsparende Variante der verkleideten Balkendecke: Bohlen liegen dichter (40–50 cm) und werden quer durch diagonale Latten ausgesteift. Die obere Schalung wird parallel zur Balkenlage ausgeführt.
In allen genannten Fällen werden oberhalb der oberen Schalung eine Erdschüttung und ein Blindboden für Parkett hergestellt. Auf der Unterseite wird Lehmputz aufgebracht und mit einer Schilfrohrmatte armiert.
II. Moderne Holzdecken
Die Balkenköpfe benötigen mindestens 15 cm Auflagerbreite und sind mit Dämm-/Trennplatten gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Balkenabstand hängt vor allem von Spannweite und Querschnitt ab und variiert – je nach Nutzung – von 40–50 cm bis 80–100 cm Achsabstand.
Moderne Holzdecken sind Holzbalkendecken mit weit liegenden Balken. Die Balkenquerschnitte können variieren und werden häufig aus verleimten Lamellen/Elementen zusammengesetzt (z. B. BSH). Befestigungen können über Ankerstifte, Stahlauflager (Taschen) oder Ankerschienen mit Winkelprofilen erfolgen. In allen Fällen müssen die Auflagerteile vor dem Betonieren des bewehrten Ringbalkens exakt positioniert und ausgerichtet werden.
Die Balkenköpfe benötigen mindestens 15 cm Auflagerbreite und sind mit Dämm-/Trennplatten gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Balkenabstand hängt vor allem von Spannweite und Querschnitt ab und variiert – je nach Nutzung – von 40–50 cm bis 80–100 cm Achsabstand.