Abschnittsübersicht
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Vaults & Domes
COURSE 2 / MODULE 3 - VAULTS, SLABS, FLOOR & CEILING SYSTEMS / UNIT 1 - VAULTS & DOMES
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Gewölbe sind gekrümmte, tragende Konstruktionen, die traditionell aus Naturstein oder Ziegelmauerwerk hergestellt werden. Ihre Stabilität beruht auf Druckkräften zwischen den einzelnen Bauteilen. Ein wesentlicher Nachteil ist jedoch, dass Gewölbe oft eine große Konstruktionshöhe erzeugen, die sich nur schwer effizient nutzen lässt und zudem viel Baumaterial erfordert. Für den Bau eines Gewölbes ist eine Lehre/Schalung nötig, meist aus Holz. Diese kann nach Fertigstellung zwar entfernt werden, aber sowohl Aufbau als auch Abbau sind arbeits- und materialintensiv. Moderne Deckenplatten ersetzten Gewölbe ab dem Ende des 19. Jahrhunderts nahezu vollständig. Aus ästhetischen Gründen werden Räume manchmal weiterhin mit Gewölben überdeckt – in solchen Fällen bestehen diese Gewölbe häufig aus Stahlbeton.
Gewölbearten
Gewölbe können entstehen durch Extrusion oder Rotation einer Form (eines Bogens) oder durch Durchdringung zweier Gewölbe. Je nach Form unterscheidet man halbkreisförmige, gedrückte oder erhöhte Gewölbe. Je nach Art und Lage der Auflager können sie geschlossen, halboffen oder offen sein.
Hauptbestandteile eines GewölbesGewölbe wurden als Fortsetzung der Wände nach den Regeln eines guten Verbandes gemauert. Durch die Geometrie der Bogenform entstehen radial angeordnete Elemente mit keilförmigen Mörtelfugen. Bei Bögen mit großem Krümmungsradius kann es nötig sein, die Ziegel keilförmig zuzuschneiden.Der Bauablauf des einfachsten Gewölbetyps – des Tonnengewölbes – wird am Beispiel von Ziegelmauerwerk erläutert:Ausgehend von der Grundlinie (Ansatzlinie) wird der Kämpferbereich gemauert, also der Punkt, an dem das Gewölbe beginnen soll.Damit der Bogen im Winkel ansetzen kann, müssen die Ziegel zunehmend auskragen: Es entsteht ein Ziegelauflager mit geneigter Startfläche, die aus einer geraden Ebene mithilfe von Viertel- und Halbsteinen ausgebildet wird. Dadurch entsteht eine geneigte Startfläche mit zugeschnittenen Elementen, typischerweise eine Steinbreite – das ist die Kämpferbreite.Über dem Kämpfer wird das Mauerwerk mit vertikalen Flächen nach oben fortgeführt; ab der Ansatzlinie beginnt man auf beiden Seiten mit dem Gewölbemauerwerk.Der Zwischenraum wird meist mit Mauerwerksausfachung verstärkt.Für das Gewölbe ist eine Lehre und ein Traggerüst vorzubereiten; das Gewölbe wird auf deren Oberfläche gemauert. Zu Beginn wird mit der vollen Ziegelstärke (Kämpferbreite) entlang der Krümmung der Lehre gemauert. Im mittleren Bereich kann das Gewölbe auf die Dicke eines halben Steins verjüngt werden. Allerdings werden etwa alle 1 bis 1,5 m verstärkende Bögen vorgesehen (ähnlich wie bei Wandverstärkungen durch Pfeiler).GewölbeartenDie häufigsten Gewölbe aus Stein oder Ziegel sind:
- Tonnengewölbe - Das Tonnengewölbe ist die räumliche (dreidimensionale) Form des Bogens. Man kann es als Entlang der Längsachse „ausgezogenes“ Gewölbe verstehen. Es ist eine Fläche, die nur in eine Richtung gekrümmt ist und nur seitlich (parallel zur Längsachse) Auflager benötigt – daher gilt es als halboffenes Gewölbe. Der Bogen kann unterschiedliche Höhen und Formen besitzen und von der Halbkreisform abweichen, woraus Untertypen wie Segmentbogen, Dreigelenk-/Dreimittelpunktbogen usw. entstehen.
- Kreuzgratgewölbe - Das Kreuzgratgewölbe entsteht durch die Durchdringung zweier gleich großer Tonnengewölbe: Das Material im Schnittbereich wird entfernt, während die Gewölbeflächen außerhalb dieses Bereichs erhalten bleiben. Die Schnittlinie nennt man Grat, und der Stirnbogen entspricht der Kurve des ursprünglichen Bogens. Es gilt als offenes Gewölbe, da nur die unteren Punkte der Stirnbögen Auflager in Form von Pfeilern oder Säulen benötigen. Beim römischen Kreuzgratgewölbe ist die Verbindungslinie gegenüberliegender Stirnbögen horizontal, der Gewölberücken ist halbellipsoid. Beim romanischen Kreuzgratgewölbe ist diese Verbindungslinie ein ansteigender Bogen, der Rücken ist halbkreisförmig.
- Kuppelgewölbe - Wenn zwei Tonnengewölbe sich schneiden, erhält man ein Kuppelgewölbe, indem man das Material im Schnittbereich belässt und die Gewölbeteile außerhalb der Schnittfläche entfernt. Dieser geschlossene Gewölbetyp benötigt rundum Mauerwerksauflager.
- Muldengewölbe - Das Muldengewölbe ist eine verlängerte Form des Kuppelgewölbes, jedoch mit rechteckigem statt quadratischem Grundriss. Auch dieses Gewölbe ist geschlossen.
- Stichkappengewölbe / gekapptes Muldengewölbe - Das Stichkappengewölbe kann aus dem Muldengewölbe abgeleitet werden, indem man es etwa auf halber Höhe durch eine horizontale Ebene schneidet und an der Schnittlinie ein flaches oder nahezu flaches Gewölbe ausbildet.
- Kuppel - Kuppeln sind Rotationsflächen. Sie sind oft halbkugelförmig, können aber auch als gedrückte oder erhöhte Bogenformen ausgeführt werden. Die Basis ist häufig kreisförmig, viele Kuppeln wurden jedoch auch auf elliptischer Grundfläche gebaut.
- Pendentifkuppel - Eine Pendentifkuppel ist eine halbkugelförmige Kuppel, die über einem Kreis errichtet wird, der um ein Quadrat beschrieben ist. Anschließend werden die Teile außerhalb der Quadratseiten durch vertikale Ebenen abgeschnitten. Die entstehenden Stirnbögen sind ebenfalls halbkreisförmig. Die Pendentifkuppel ist offen und wird an den Ecken durch Pfeiler oder Säulen getragen.
- Segelkuppel - Die Segelkuppel gilt ebenfalls als auf allen Seiten offene Kuppel. Sie unterscheidet sich von der Pendentifkuppel dadurch, dass die vertikalen Schnittflächen deutlich weiter nach innen vom Kreis liegen, über dem die Kuppel aufsteigt. Dadurch entsteht ein Segmentbogen statt eines Halbkreisbogens als Stirnbogen.
Hauptbestandteile eines Gewölbes
Gewölbe wurden als Fortsetzung der Wände nach den Regeln eines guten Verbandes gemauert. Durch die Geometrie der Bogenform entstehen radial angeordnete Elemente mit keilförmigen Mörtelfugen. Bei Bögen mit großem Krümmungsradius kann es nötig sein, die Ziegel keilförmig zuzuschneiden. Der Bauablauf des einfachsten Gewölbetyps – des Tonnengewölbes – wird am Beispiel von Ziegelmauerwerk erläutert:
- Ausgehend von der Grundlinie (Ansatzlinie) wird der Kämpferbereich gemauert, also der Punkt, an dem das Gewölbe beginnen soll.
- Damit der Bogen im Winkel ansetzen kann, müssen die Ziegel zunehmend auskragen: Es entsteht ein Ziegelauflager mit geneigter Startfläche, die aus einer geraden Ebene mithilfe von Viertel- und Halbsteinen ausgebildet wird. Dadurch entsteht eine geneigte Startfläche mit zugeschnittenen Elementen, typischerweise eine Steinbreite – das ist die Kämpferbreite.
- Über dem Kämpfer wird das Mauerwerk mit vertikalen Flächen nach oben fortgeführt; ab der Ansatzlinie beginnt man auf beiden Seiten mit dem Gewölbemauerwerk.
- Der Zwischenraum wird meist mit Mauerwerksausfachung verstärkt.
- Für das Gewölbe ist eine Lehre und ein Traggerüst vorzubereiten; das Gewölbe wird auf deren Oberfläche gemauert.
- Zu Beginn wird mit der vollen Ziegelstärke (Kämpferbreite) entlang der Krümmung der Lehre gemauert. Im mittleren Bereich kann das Gewölbe auf die Dicke eines halben Steins verjüngt werden. Allerdings werden etwa alle 1 bis 1,5 m verstärkende Bögen vorgesehen (ähnlich wie bei Wandverstärkungen durch Pfeiler).
- Tonnengewölbe - Das Tonnengewölbe ist die räumliche (dreidimensionale) Form des Bogens. Man kann es als Entlang der Längsachse „ausgezogenes“ Gewölbe verstehen. Es ist eine Fläche, die nur in eine Richtung gekrümmt ist und nur seitlich (parallel zur Längsachse) Auflager benötigt – daher gilt es als halboffenes Gewölbe. Der Bogen kann unterschiedliche Höhen und Formen besitzen und von der Halbkreisform abweichen, woraus Untertypen wie Segmentbogen, Dreigelenk-/Dreimittelpunktbogen usw. entstehen.
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Timber Ceilings & Floors
COURSE 2 / MODULE 3 - VAULTS, SLABS, FLOOR & CEILING SYSTEMS / UNIT 2 - TIMBER CEILINGS & FLOORS
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Holz war bis ins frühe 20. Jahrhundert das am häufigsten verwendete Material für Decken und Böden. Die Balkenköpfe (mit 12–15 cm Auflager) müssen gegen Feuchtigkeit geschützt werden, daher dürfen sie keinen direkten Kontakt mit dem übrigen Bauwerk haben. Am Balkenende wird ein 2–3 cm Luftspalt freigelassen; darunter liegt eine Tragleiste oder Dämmplatte. Auch das Deckenholz muss gegen Pilze und Insekten behandelt werden. Diese Konstruktionen haben ein hohes Brandrisiko und zudem eine vergleichsweise schlechte Schalldämmung. Gleichzeitig sind sie durch geringes Eigengewicht und schnelle Montage (vorgefertigte Elemente) gekennzeichnet. Ein weiterer Vorteil ist das günstige Wärmedämmverhalten.
I. Traditionelle Holzbalkendecken
1. Holzbalkendecke mit dicht liegenden Balken (Holzdecke mit verdübelten Rundbalken)
Die aus ganzen Stämmen gespaltenen und zugerichteten Balken werden dicht an dicht gelegt und alle 1,5 bis 2 m mit Hartholzdübeln oder Keilen verbunden. So entsteht eine „Platte“ mit sehr hoher Tragfähigkeit. Die Oberseite musste nicht abgeflacht werden und blieb rund; darüber konnten Erdschüttung und Blindboden hergestellt werden.
2. Holzbalkendecke mit weit liegenden Balken
a) Sichtbare Balkendecke (offenes System):
Die Balken werden in einem Achsabstand von 80–100 cm auf der Wand aufgelegt. Darauf wird eine zweilagige Schalung verlegt, oft mit Füllung und Lehmputz.
b) Verkleidete Balkendecke:
- Das System ist eine Weiterentwicklung der sichtbaren Balkendecke; hier wird auch die Unterseite beplankt/verkleidet.
- Sonderform der verkleideten Balkendecke: Zur Reduzierung der Deckenstärke werden die Fußbodenschichten in den Raum zwischen den Balken „eingezogen“. Dazu wird beidseitig eine Lattung entlang der Balken angebracht und darauf die tragende Schalung aufgelegt.
- Bohlen-/Dielendecke (planked ceiling): Materialsparende Variante der verkleideten Balkendecke: Bohlen liegen dichter (40–50 cm) und werden quer durch diagonale Latten ausgesteift. Die obere Schalung wird parallel zur Balkenlage ausgeführt.
In allen genannten Fällen werden oberhalb der oberen Schalung eine Erdschüttung und ein Blindboden für Parkett hergestellt. Auf der Unterseite wird Lehmputz aufgebracht und mit einer Schilfrohrmatte armiert.
II. Moderne Holzdecken
Die Balkenköpfe benötigen mindestens 15 cm Auflagerbreite und sind mit Dämm-/Trennplatten gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Balkenabstand hängt vor allem von Spannweite und Querschnitt ab und variiert – je nach Nutzung – von 40–50 cm bis 80–100 cm Achsabstand.
Moderne Holzdecken sind Holzbalkendecken mit weit liegenden Balken. Die Balkenquerschnitte können variieren und werden häufig aus verleimten Lamellen/Elementen zusammengesetzt (z. B. BSH). Befestigungen können über Ankerstifte, Stahlauflager (Taschen) oder Ankerschienen mit Winkelprofilen erfolgen. In allen Fällen müssen die Auflagerteile vor dem Betonieren des bewehrten Ringbalkens exakt positioniert und ausgerichtet werden.
Die Balkenköpfe benötigen mindestens 15 cm Auflagerbreite und sind mit Dämm-/Trennplatten gegen Feuchtigkeit zu schützen. Der Balkenabstand hängt vor allem von Spannweite und Querschnitt ab und variiert – je nach Nutzung – von 40–50 cm bis 80–100 cm Achsabstand.
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Steel Floor Systems
COURSE 2 / MODULE 3 - VAULTS, SLABS, FLOOR & CEILING SYSTEMS / UNIT 3 - STEEL FLOOR SYSTEMS
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1. Ziegelkappendecke
Vor dem Siegeszug des Stahlbetons war eine bewährte Lösung (ca. 1880er bis 1940er) die Kombination aus I-Stahlträgern und einer kleinen Tonnenwölbung aus nur halber Ziegelstärke. Das ist die Ziegelkappendecke. Im Laufe der Zeit entstanden spezielle Steine als Kämpfersteine, die die notwendige Neigung für den Gewölbeansatz ermöglichen und so den Anschluss zwischen den Stahlträgern (Abstand 1,0–1,20 m) und der Kappe erleichtern. Oberhalb wurden typischerweise Erdschüttung und eine Betonschicht hergestellt.
2. Stahlbetonrippendecken
a) mit Überzugträgern
Stahlträger, typischerweise I-Profile, im Abstand von 1 bis 2,5 Metern, mit einer 6 bis 10 cm dicken Stahlbetonplatte dazwischen. Eine 3 cm dicke Stahlbetonummantelung mit trapezförmigem Querschnitt umschließt zusätzlich die Stahlträger.
b) Bei Stahlbetonrippendecken mit Unterzugträgern aus Stahl liegt die Platte im oberen Trägergurt, wodurch die Oberseite eben ist, während bei Stahlbetonrippendecken mit Überzugträgern die Platte im unteren Trägergurt liegt und somit eine ebene Unterseite entsteht. Der Fußbodenaufbau kann bei Stahlbetonrippendecken mit Unterzugträgern direkt auf der Oberfläche beginnen. Im Gegensatz dazu ist auf der Oberfläche von Stahlbetonrippendecken mit Überzugträgern zunächst eine erhebliche Menge an Zusatzausgleich erforderlich.
3. Stahlträgerdecke mit Ziegel-Ausfachung und Betonschicht
Diese Deckenart stellt eine leichtere Variante der Rippenplatte in Aufzugbauweise dar. Zwischen den Trägern wird eine Ziegelraster-Ausfachung eingebracht, in die eine Bewehrungsmatte eingelegt und mit etwa 5 cm monolithischem Beton vergossen wird. Die Gesamtdicke dieser Konstruktion liegt üblicherweise bei ca. 10 bis 12 cm.
4. Moderne Leichtstahlträgerdecke
Diese modernere Bauweise wird häufig in Stahlrahmenbauten (wie z. B. Hallenkonstruktionen) eingesetzt. Als Tragglieder dienen C- oder I-Profile mit Achsabständen von 50 bis 90 cm, auf denen Trapez- oder Wellbleche verlegt und mittels Schrauben oder Bolzen fixiert werden. Darauf wird eine 6 bis 8 cm dicke Schicht aus monolithischem Stahlbeton aufgebracht, welche als Untergrund für den anschließenden Fußbodenaufbau dient.
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Monolithic Reinforced Concrete Slabs
COURSE 2 / MODULE 3 - VAULTS, SLABS, FLOOR & CEILING SYSTEMS / UNIT 1 - MONOLITHIC REINFORCED CONCRETE SLABS
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I. Monolithische Stahlbetondecken
Monolithische Stahlbetondecken sind ortbetonierte, maßgeschneiderte Tragwerke. Sie werden auf Grundlage detaillierter Statikpläne ausgeführt, um sicherzustellen, dass die Abmessungen und die Verteilung der Bewehrung sowie die Plattendicke an jedem Punkt den geforderten Tragfähigkeitsanforderungen entsprechen.
Für eine korrekte Lasteinleitung in die Wände wird an den Plattenrändern ein Ringanker mit bemessener Bewehrung ausgebildet.StahlbetondeckenMonolithische Stahlbetondecken können als Vollbetondecken, Rippendecken (als Unterzug-, Überzug- oder Kassettenplatten) oder Pilzdecken mit zweiachsiger Lastabtragung ausgeführt werden.1. Vollbetondecken
Vollbetondecken sind ebene Flächentragwerke, die typischerweise 15–25 cm dick sind. Die Platten können ein- oder zweiachsig lastabtragend wirken. Einachsig gespannte Platten eignen sich für Räume mit kleinerer Spannweite (2,5–4,0 m). Die Hauptbewehrung liegt in der kürzeren Spannrichtung, während in der längeren Richtung lediglich eine Verteilungsbewehrung angeordnet wird. Die Längsseite dient primär der Lastabtragung, jedoch wird üblicherweise auch an der Stirnseite ein Ringanker ausgebildet. Bei zweiachsiger Lastabtragung und größeren Spannweiten (4–10 m) wird die Hauptbewehrung in beiden Richtungen verlegt, sodass jede aufliegende Wand als tragendes Bauteil wirkt.
2. Stahlbetonrippendecken
Bei Stahlbetonrippendecken werden die ebenen Platten durch Rippen bzw. Unter-/Überzüge verstärkt, um die Lasten aufzunehmen, während die eigentliche Platte als Lastverteiler dient. Dies spiegelt sich in der Plattendicke wider: Die Mindestdicke von Stahlbetonrippendecken beträgt lediglich 6–8 cm.
a) Unterzugdecken
Hier befinden sich die Rippen an der Unterseite der Decke. Zusammen mit dem Ringanker erfordern sie eine geometrisch komplexe Schalung, die ein Bewehren und Betonieren in einem Arbeitsgang ermöglicht. Die Rippenabstände können variieren:
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Häufig werden stärkere Träger (15–40 cm hoch, 15–20 cm breit) mit einem Achsabstand von 1,5 bis 2,5 m angeordnet.
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Bei einer engrippigen Stahlbetondecke beträgt der Achsabstand nur 50–60 cm bei einer Rippenbreite von maximal 12 cm.
Die ebene Oberseite dient direkt als Untergrund für den Fußbodenaufbau, während die unteren Rippen zur Führung von Haustechnikinstallationen genutzt werden können. Je nach Anforderung bleiben die Rippen an der Unterseite sichtbar oder werden durch eine abgehängte Decke verkleidet.
b) Überzugdecken
Bei einer Überzugdecke sind die Rippen auf der Plattenoberseite angeordnet. Die Tragfähigkeit dieser Variante ist im Vergleich zur Unterzugdecke geringer und die Schalung aufwendig herzustellen. Obwohl der Raum zwischen den Rippen für größere Haustechniktrassen genutzt werden kann, muss ein Hohlraumboden installiert (oder der Zwischenraum aufgedoppelt) werden, um das Fußbodenniveau herzustellen.
c) Kassettendecken
Eine Kassettendecke besteht aus einem orthogonal verlaufenden Rippennetz. Beim Schalen werden Verdrängungskörper aus Kunststoff eingesetzt, wodurch nach unten offene Kassetten oder geschlossene Hohlräume innerhalb der Decke entstehen.
3. Pilzdecken
Pilzdecken sind ebene Stahlbetonplatten mit zweiachsiger Lastabtragung auf punktförmigen Stützen (Stützenraster). Die Anbindung der Stützen erfolgt über kegelförmige Pilzköpfe (Kapitelle). Die Plattendicke beträgt aufgrund der zweiachsigen Hauptbewehrung und der Querkraftbewehrung im Stützenbereich mindestens 15 cm.
Moderne Varianten der Pilzdecke besitzen verborgene Kapitelle (Flachdecken), wodurch sowohl die Deckenoberseite als auch die Deckenunterseite durchgehend eben bleiben. Dies erhöht die erforderliche Plattendicke weiter, da die Durchstanzbewehrung vollständig im Querschnitt der Decke untergebracht werden muss. Trotz der Herausforderungen bei der Bewehrungsverlegung ist dies aus ästhetischer, nutzungstechnischer und schalungstechnischer Sicht die praktikabelste monolithische Stahlbetondecke.
II. Moderne Ausführung monolithischer Stahlbetondecken
Die vier wesentlichen Schritte des Bauablaufs sind: Schalung, Bewehrung, Betonage und Ausschalen.
Schalung
In der modernen Baupraxis werden Großflächen-Schalhautplatten auf Holzschalungsträgern eingesetzt, die eine schnelle Montage ermöglichen:
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Zuerst werden die Dreibeinstative mit Deckenstützen und Fallköpfen aufgestellt und auf die gewünschte Höhe eingestellt.
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Anschließend werden die Hauptträger (Joche) eingelegt.
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Danach werden die Querträger (Nebenträger) verlegt.
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Abschließend wird die Schalhaut aufgebracht.
Die Schalung angrenzender oder integrierter Bauteile wie Unterzüge, Treppen wird entweder mit Systembauteilen desselben Schalungssystems oder mittels konventioneller Passschalung an das Deckensystem angeschlossen.
Bewehrungsarbeiten
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Verlegen der unteren Hauptbewehrung.
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Verteilen der unteren Quer- bzw. Verteilungsbewehrung.
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Rödeln der rechtwinklig liegenden Stäbe mit Bindedraht zur Herstellung der Bewehrungsmatte.
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Positionieren der Matte und Einsetzen von Abstandshaltern zur Gewährleistung der erforderlichen Betondeckung.
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Bei Ringankern erfolgt das Positionieren und Fixieren in folgender Reihenfolge: untere Längsbewehrung, Bügel und anschließend obere Längsbewehrung.
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Im oberen Bereich Verlegen der oberen Verteilungsbewehrung auf den Ringankerstäben.
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Verteilen der oberen Hauptbewehrung.
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Abschließend Rödeln der oberen Bewehrungslage (Haupt- und Verteilungsstäbe).
Betonage
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Vor Beginn prüft der Tragwerksplaner (Statiker) die Bewehrung, die Einmessung der Schalung sowie Aussparungen/Durchbrüche (z. B. für Sanitär- und Wasserleitungen).
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Die Betonoberkante wird an der Innenseite der Ringankerschalung markiert.
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Einbringen des Betons mittels Betonpumpe direkt vom Fahrmischer, vorzugsweise ununterbrochen in einem einzigen Arbeitsgang.
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Händisches Verteilen, Verdichten (z. B. mit Tauchrüttler) und Abziehen/Glätten des Betons.
Ausschalen
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Der erhärtende Beton ist nachzubehandeln (feucht zu halten und zu wässern).
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Nach einigen Tagen, wenn der Beton eine ausreichende Festigkeit erreicht hat, werden die Zwischenstützen und Notstützen gelöst.
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Absenken der Hauptträger über die Fallköpfe und Entfernen der Querträger.
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Demontage der Hauptträger und von Teilen der Schalhaut; dabei bleiben die Hilfsstützen (Steifstützen) stehen.
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Nach vollständigem Aushärten des Betons wird die gesamte Schalung inklusive aller verbliebenen Deckenstützen entfernt.
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Precast & Semi-monolithic Reinforced Concrete Floor Systems
COURSE 1 / MODULE 1 - EARTHWORKS & DRAINAGE / UNIT 1 - PRECAST & SEMI-MONOLITHIC REINFORCED CONCRETE FLOOR SYSTEMS
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Fertigteil- und teilmonolithische Stahlbetondeckensysteme gewannen ab den 1950er-Jahren zunehmend an Bedeutung und trugen maßgeblich zu einer effizienteren und wirtschaftlicheren Bauweise bei. Durch den Einsatz von Systembauteilen lassen sich Grundrisse nahezu beliebiger Abmessung (innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen) im Rastermaß realisieren. Diese Deckensysteme erfordern keine projektspezifischen Typenstatiken und kommen ohne flächige Schalung aus. Eine individuelle Bewehrungsverlegung vor Ort entfällt weitgehend, ausgenommen in den örtlich auszuführenden In-situ-Betonbereichen.
1. Fertigteildecke mit Hohlkörperelementen (Träger-Riemen-Decke)
Das gezeigte Beispiel veranschaulicht eine klassische E-Träger-Decke mit lichten Weiten von 2,40 m bis 6,60 m.
Das primäre Tragwerk bilden vorgefertigte Stahlbetonträger (E-Träger), die im Achsabstand von 60 cm verlegt werden, um die Deckenöffnung einachsig zu überspannen. Ab einer gewissen Spannweite werden die Träger gedoppelt angeordnet, was die Tragfähigkeit erhöht und die Durchbiegung reduziert. Um geringere Durchbiegungen und eine minimierte Rissbildung zu erzielen, wird der Einsatz von Spannbetonträgern empfohlen. Wichtig: Spannbetonträger dürfen keinesfalls gekürzt oder zugeschnitten werden, da dies zum Verlust der Vorspannung und somit zum Versagen der Tragfähigkeit führt.
Die Mindestauflagertiefe der Bauteile auf dem Mauerwerk beträgt je nach Typ und Spannweite 10 bis 15 cm. Der Ringanker erfordert eine individuelle Bewehrung und Schalung, wobei die Träger im Auflagerbereich um ca. 5 cm unterfüttert bzw. angehoben werden. Dadurch kann die untere Längsbewehrung des Ringankers unter den Trägerenden durchgeführt und eine vollständige Einbindung gewährleistet werden.
Deckenunterdeckelemente (Hohlkörper/Zwischenbausteine), die auf den unteren Flanschen der Träger aufliegen, füllen die Zwischenräume aus. Hierbei handelt es sich typischerweise um leichte Hohlkörperelemente aus Beton, Blähton, Keramik oder zementgebundenen Holzfasern mit einer Bauhöhe von ca. 19 cm (entsprechend der Trägerhöhe).
Ergänzt wird das Deckensystem durch eine ca. 5 cm dicke monolithische Aufbetonschicht mit Mattenbewehrung. Die Betonage erfolgt in einem Arbeitsgang zusammen mit dem Ringanker und den monolithischen Abschnitten, wobei die Fugen zwischen den Trägern und den Hohlkörpern vollständig vergossen werden.
2. Teilmonolithische Stahlbetondecke mit Hohlkörpern
Modernere Varianten der Fertigteildecken nutzen spezielle Träger (Gitterträger oder Spannbeton-Rippen), wodurch der In-situ-Beton stärker an der Lastabtragung beteiligt wird. Das hier dargestellte System entspricht dem Porotherm-Deckensystem, das im gleichen Rastermaß wie das zugehörige Mauerwerkssystem ausgeführt wird und für lichte Weiten von 2,25 m bis 7,00 m ausgelegt ist.
Die Träger sind vorspannt. Der niedrige Fuß (6,5 cm Höhe) besteht aus einem Stahlbetonkern mit einer unterseitigen Ziegelschale, aus der alle 25 cm Bügel herausragen. Die Träger werden im Achsabstand von 45 cm oder 60 cm verlegt; die erforderliche Mindestauflagertiefe beträgt 12 cm. Die Wandkronen sind durch eine Sperrschicht gegen Feuchtigkeit zu schützen, und die Träger werden in ein Zementmörtelbett gelegt. Für die Bauphase müssen die Träger in Abständen von 160 bis 175 cm unterstützt werden. Diese Montageunterstützung darf erst nach dem vollständigen Aushärten des monolithischen Aufbetons (nach genau 21 Tagen) entfernt werden.
Die Hohlkörper besitzen ebenfalls eine geringere Bauhöhe (10 cm oder 17 cm), wodurch mehr Raum für die örtliche Aufbetonschicht verbleibt. Sie sind so einzulegen, dass die Träger beidseitig gleichmäßig belastet werden (in Reihen rechtwinklig zu den Trägern).
Die obere Bewehrung der Decke wird vor Ort eingebracht, wobei die Stäbe durch die herausragenden Bügel geführt werden. Die Träger werden sowohl über ihre obere als auch ihre untere Bewehrung in den Ringanker eingebunden. Der untere Bewehrungsstab liegt auf der Oberseite des Trägerfußes auf (Länge: 200 cm, Ø 10 mm). Die Länge des oberen Stabes (Ø 10 mm) beträgt ein Sechstel der Stützweite des Deckenfeldes (mindestens 80 cm). Er greift vollständig in den Ringanker ein und wird über dessen äußere Längsbewehrung abgebogen.
Zur Queraussteifung der Decke wird mindestens alle 2 Meter ein monolithischer Stahlbeton-Querrippen-Träger (Querrippe) ausgebildet. Auf der Achse dieser Querrippen werden niedrigere Hohlkörper (Höhe 10 cm) eingesetzt, um den erforderlichen Querschnitt für die Rippenbewehrung (mindestens 4 Stäbe Ø 8 mm mit Bügeln Ø 6 mm) und den In-situ-Beton zu schaffen.
Als obere Bewehrungslage des Aufbetons wird eine Bewehrungsmatte (Maschenweite 150 x 150 mm, Ø 6 mm) verlegt. Der Ringanker, die Querrippen, der monolithische Aufbeton sowie die Trägerfugen werden monolithisch in einem einzigen Betoniergang gegossen.
3. Teilmonolithische Gitterträgerdecken
Bei der Gitterträgerdecke wird der Anteil des Ortbetons weiter erhöht. Die Großfläche besteht aus einer 5–8 cm dicken, vorgefertigten Stahlbeton-Elementplatte, die als verlorene Schalung dient. Darauf wird vor Ort eine 14–30 cm dicke Ortbetonschicht aufgebracht. Diese Platten sind keine Serienprodukte, sondern individuell vorgefertigte Bauteile mit Standardbreiten von 1,20 m oder 2,40 m. Bei objektspezifischer statischer Bemessung der Bewehrung können damit lichte Weiten von 10–12 m überbrückt werden. Der Hauptvorteil dieses Systems liegt darin, dass keine konventionelle Deckenschalung erforderlich ist und die Elemente mittels Kran zügig montiert werden können. Nachteile sind der hohe Bewehrungsaufwand für den Ortbetonergänzungsteil sowie die erforderliche Montageunterstützung.
4. Voll-Fertigteildecken (Hohlplatting- und Dielendecken)
a) Spannbeton-Hohlplattingdecken (Hohlkammerelemente)
Unter den vorgefertigten Deckensystemen ermöglichen Spannbeton-Hohlplatten die größten Spannweiten von bis zu 22 Metern bei gleichzeitig geringstem Baustellenaufwand. Die großen Spannweiten bedingen eine hohe Statik- bzw. Querschnittshöhe (von 20 cm bis 50 cm) bei einer Standardbreite von 120 cm. Da es sich um projektspezifische Fertigteile handelt, muss die Bewehrung zur Sicherstellung der geforderten Tragfähigkeit stets individuell bemessen werden.
Ein weiterer Vorteil von Spannbeton-Hohlplatten besteht darin, dass in der Regel keine monolithische Aufbetonschicht erforderlich ist. Die Hohlkammern dienen der Eigengewichtsreduzierung und können zudem für Haustechnikinstallationen genutzt werden. Aufgrund des hohen Einzelgewichts der Elemente wird der Ringanker meist zweistufig ausgeführt: zuerst als Auflagerausgleich und anschließend im Bereich der Plattenoberkante zur Vergussausbildung.
Während des Betonierens der Fugen müssen die Hohlräume an den Stirnseiten durch Kunststoffstopfen gegen einfließenden Beton geschützt werden. In den Längsfugen werden Kopplungs- und Ringankerzugstäbe eingelegt, die die monolithische Scheibenwirkung des Gesamtsystems gewährleisten.
b) Porenbeton-Deckenplattingdecken
Porenbeton-Deckenplatten sind vollwandige Bauteile, da aufgrund der deutlich geringeren Rohdichte von Porenbeton im Vergleich zu Normalbeton keine Gewichtsreduzierung durch Hohlkammern erforderlich ist. Die Regelbreite der Elemente beträgt ca. 60 cm, wobei die maximale Stützweite im Vergleich zu Stahlbeton-Hohlplatten auf etwa 6 Meter begrenzt ist. Die Bauteildicke variiert je nach statischer Anforderung und Belastung zwischen 12 cm und 36 cm.
Die Platten sind seitlich mit einem Nut-und-Feder-System versehen, was das Einschwenken und passgenaue Zusammenfügen der Elemente beim Versetzen anspruchsvoller macht. Zusätzliche Bewehrungsarbeiten vor Ort sind nicht erforderlich, da die Dielen bereits werksseitig mit der vollständigen Tragbewehrung ausgestattet sind. In den meisten Anwendungsfällen kann daher auf eine zusätzliche monolithische Aufbetonschicht verzichtet werden.
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